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CDU will junge Leute gewinnen

CDU will junge Leute gewinnen - Vortrag beim Haller Kreisverband

Foto: Sigrid Bauer

Noch hat die CDU rund 40 Prozent der Wähler hinter sich. Wie sie weiterhin erfolgreich bleiben kann, stellte Nico Lange von der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin Mitgliedern des Kreisverbandes vor.

"Es wird schwierig für die CDU, das Niveau zu halten oder sogar an Stimmen zuzulegen", prophezeite Nico Lange. Er ist Leiter einer Arbeitsgruppe, die sich mit der Zukunft der Volksparteien beschäftigt. Katrin Heinritz, CDU-Kreisvorsitzende, hatte ihren Kollegen aus der Parteireform-Kommission zu einer Vorstandssitzung eingeladen.

Probleme bekommt die CDU laut Lange auch deshalb, weil in einer Legislaturperiode rund eine Million CDU-Wähler sterben. Außerdem: Es gebe immer mehr Wechselwähler. Sie seien bei der Bundestagswahl 2013 für den Erfolg der CDU ausschlaggebend gewesen. "Für den Wahlkampf bedeutet das: Alle Wähler stehen im Fokus, nicht nur die CDU-Wähler", stellte er klar.

Ein weiterer Punkt: Der Wähler entscheidet sich immer später. Es gehe nicht mehr um die Ideologie, sondern darum, welche Partei die Probleme des Wählers am besten lösen kann. Wichtig sei, in letzter Minute noch einmal alles zu mobilisieren. Gleichzeitig könne aber auch ein unvorhergesehenes Ereignis kurz vor der Wahl großen Einfluss haben, warnte er.

Eine große Herausforderung ist laut Lange die heterogener werdende Gesellschaft - vor allem im Gegensatz zur homogenen Gruppe der CDU-Mitglieder, von denen fast die Hälfte Rentner sind. "Eine Volkspartei muss die Interessen aller Gruppen vertreten", meinte Lange.

CDU-Wähler haben laut Langes Analysen in vielen Punkten eine andere Meinung als Mitglieder. Die Wähler sehen die Partei rechts von sich, den Mitglieder und Funktionären ist sie dagegen zu links. "Momentan bildet Merkel die Brücke zwischen Mitgliedern und Wählern. Wenn die Partei mehr umsetzen würde von dem, was die Mitglieder wollen, hätte sie keine 40 Prozent", vermutet der Politikwissenschaftler. Für Helmut Bleher vom CDU-Ortsverband Untermünkheim besteht dadurch die Gefahr, dass die Union ihre Werte aufgibt. Dem widersprach Lange: "Parteien müssen auf gesellschaftliche Änderungen reagieren - ohne dass sie sich verleugnen oder ihre Werte über Bord werfen.

Erstaunlich hoch sei laut einer Umfrage, an der sich 7000 CDU-Mitglieder beteiligten, der Anteil der Parteimitglieder, die aktiv mitarbeiten wollen. Aber nur ein geringer Teil mache das auch tatsächlich. Die CDU müsse sich fragen, ob sie die richtigen Angebote habe. Viele Leute wollten sich nur zeitlich begrenzt oder bei bestimmten Themen engagieren. Eine Änderung stehe der CDU bei der Kommunikation bevor. Jüngere Mitglieder würden weder Zeitung lesen, noch sich über das Fernsehen informieren. Sie bevorzugten soziale Medien. Darauf müsse die Partei reagieren.

Anträge auf Parteisitzungen sollten, wenn es nach Lange geht, auch von Mitgliedergruppen gestellt werden können. Auch Nicht-Mitglieder könnten in Entscheidungsprozesse einbezogen werden.

Bei den Haller CDU-Mitgliedern kam Lange laut Katrin Heinritz sehr gut an. "Seine Erkenntnisse haben vielen die Augen geöffnet", meint sie. Es sei auch gewünscht worden, das Thema häufiger und auch auf höheren Ebenen zu diskutieren. Den Landesvorstand hat Heinritz schon von der Dringlichkeit überzeugen können: Kürzlich ist sie als Landesmitgliedsbeauftragte in den Vorstand berufen worden. Beim CDU-Landesparteitag im November soll sie offiziell gewählt werden.

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